Die Region Jarra in der Lower River Division zählt zu den am dünnsten besiedelten Gegenden in Gambia. Steile Felswände säumen die weite Flußebene, die südöstlich von Sandstein-Hügelketten begrenzt wird. Am Fluß liegen einige der ältesten Dörfer Gambias. Sie gehen auf Gründungen des Mandinka-Volkes zurück, das im 13. Jh. von Mali kommend das Land am Gambia in Besitz nahm. Noch heute werden von den Geschichtenerzählern die Legenden von den ersten Mandinka-Königen in Jarra weitergegeben, und man kann auf den alten Fernstrasse zwischen Badume und Pakali Ba wandern, die für Händler und Krieger für viele Jahrhunderte Teil der Verbindung zwischen Atlantik und Niger war.
CF Sutukung-Banni, April 1999
Blick vom Rand des Sandstein-Plateaus über den Gemeindewald Sutukung-Banni in Richtung Dorf Sutukung und Gambia (im Hintergrund links an den Mangrovengürteln kenntlich)

In der Gambia-Flußebene haben sich nur wenige, aber artenreiche Reste von Galeriewald erhalten. Hauptbaumart ist die Rhunpalme (Borassus aethiopus), in abgelegenen Ecken gibt es auch gute Mahagony (Khaya senegalensis)- und sogar Ebenholz (Diospyros mespiliformis)-Vorkommen. Weitgehend ist die Ebene aber entwaldet und wird für den Reisanbau und als Siedlungsfläche genutzt.

Auf den ärmeren und flachgründigen Böden des Sandsteinplateaus liegen die jüngeren Ansiedlungen der Fula und der Wolof, die mehr Viehwirtschaft und Erdnußanbau betreiben. Es gibt dort ausgedehnte Wälder (z.B. Berikolon Forest Park), die aber sehr stark durch Wanderfeldbau und Waldbrände in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch illegaler Holzhandel belastet die ehemals aus Keno (Pterocarpus erinaceus) und Bunkongo (Bomax costatum) bestehenden Wälder, so daß heute auf weiten Strecken dichte Buschsavanne mit viel Acacia das Bild beherrscht.

ZURÜCK ZUR GAMBIA-ÜBERSICHT